Abstraktionsleiter der Überzeugungen

Innere Überzeugungen oder Glaubenssätze haben einen großen Einfluss auf unser Handeln. Nehmen wir zur Verdeutlichung mal einen Lehrer als Beispiel: Wenn der Lehrer davon überzeugt ist, dass Menschen am besten Lernen wenn sie selbst aktiv, dann wird er im Unterricht darauf achten, dass die Schüler einen großen aktiven Anteil haben. Das heißt, dass er z.B. interaktive Methoden einsetzt, Diskussionen anleitet und die Schüler dazu anregt eigene Ideen und Erfahrungen zum Thema einzubringen. Nehmen wir einmal das Gegenteil an: Ein Lehrer der z.B. die Überzeugung hat, dass Lernen immer etwas ist, dass weh tun muss und mit viel Leistungsbereitschaft einhergeht. Dieser Lehrer wird seinen Unterricht z.B. viel mit Frontalvorträgen gestalten, die eine hohe Informationsdichte haben und wird vor allem Pflicht und Sorgfalt in Bezug auf Hausaufgaben einfordern.
Dies sind Beispiele, die verdeutlichen können, dass eine innere Überzeugung zu vielfältigen Handlungen einer Person führen kann. Daraus lässt sich natürlich keine Handlungsgarantie ableiten, da Verhalten immer situationsspezifisch ist - jedoch ist diese Überzeugung handlungsleitend.

Diese Überzeugungen und Einstellungen bilden sich im Laufe der Zeit durch Erfahrungen, Erlebnisse und Interaktionen mit Anderen, die ihre eigenen Überzeugungen und Einstellungen vorleben und kommunizieren. Nun sind diese inneren Haltungen jedoch nicht immer bewusst. Und doch haben sie eine Wirkung auf unser Verhalten. Das Modell der Abstraktionsleiter hilft dabei diesen Prozess zu verstehen:

Das Modell der Abstraktionsleiter

Durch das Modell der Abstraktionsleiter kann man sich vor Augen führen, wie die eigene Konstruktion der Wirklichkeit ist. Die Abstraktionsleiter beschreibt also wie Menschen von den beobachtbaren Daten in der Umwelt über mehrere, oft unbewusst ablaufende, Zwischenschritte zu einer diesbezüglichen Handlung kommen.

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Auf jede Person strömt in jedem Moment eine sehr große Reizfülle ein. Diese Umweltinformationen müssen, vom Gehirn selektiert, sortiert, ergänzt und interpretiert werden. Oft führt diese selektive Wahrnehmung zu Fehlinterpretationen und infolgedessen zu Missverständnissen bis hin zu Konflikten. Durch Reflexion kann dieser Fehlinterpretation entgegengewirkt werden, um schwierige oder konfliktträchtige Situationen zu vermeiden oder im Nachhinein zu evaluieren. Deshalb kann die Abstraktionsleiter auch als Reflexionsinstrument dienen, um sich die vollzogenen Schritte bewusste zu machen. Dadurch gelingt es Perspektiven zu übernehmen und bestimmte Schritte auf vorhergehenden Stufen der Leiter zu überdenken. Dadurch ergeben sich Alternativen und neue, lösungsorientierte Handlungsschritte.

Zusammenfassungen: Überzeugungen und Einstellungen beeinflussen unser handeln. Diese bilden sich durch Erfahrungen und Beziehungen im Laufe der Zeit heraus. Das Modell der Abstraktionsleiter kann helfen den Prozess von der Wahrnehmung bis zur Handlung zu reflektieren, und ist somit auch ein Instrument um alternative Überzeugungen und Handlungen aufzubauen.

Link: https://www.toolshero.com/decision-making/ladder-of-inference/

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