Bitte nicht räuspern!

Oh nein, die Stimme klingt belegt! Und es fühlt sich auch noch so komisch an im Hals — irgendwie so eng und kratzig, so als wäre Schleim im Kehlkopf. Der sprichwörtliche „Frosch im Hals“. Viele reagieren automatisch, indem sie sich kräftig räuspern. Und meist fühlt sich der Hals auch tatsächlich wieder frei an und auch die Stimme klingt wieder unbelegt. Das ist kein Problem, wenn das nur einmalig vorkommt, da man sich z.B. verschluckt hat und etwas im wahrsten Sinne des Wortes in den falschen Hals bekommen hat. Doch wenn Räuspern zur Angewohnheit wird, stellt es ein echtes Problem dar. Denn sie Stimme kann dadurch dauerhaft überlastet werden.


Räuspern führt zu noch mehr Räuspern

 Jetzt nur kein Frosch im Hals (Foto von Julia Rupprecht)

Jetzt nur kein Frosch im Hals
(Foto von Julia Rupprecht)

Doch warum schadet es unserer Stimme eigentlich, wenn wir dauerhaft und häufig räuspern? Beim Räuspern kommt es zu einer Kontraktion der Kehlkopfmuskulatur, ähnlich wie beim kräftigen Husten. Und das braucht extrem viel Kraft. Die Stimmlippen werden wie beim Husten geschlossen und stark aneinander gepresst. Im Anschluss werden sie durch einen extrem starken Luftstrom auseinander gepresst. Dadurch kann es zu kleinen Verletzungen der Schleimhaut kommen und im Extremfall zu dauerhaften strukturellen Veränderungen am Schleimhautgewebe. Außerdem wird in Folge dessen die Schleimproduktion angeregt, wodurch erneut der Drang zu räuspern entstehen kann. Wir geraten also schnell in einen Teufelskreis.


Aber was kann ich tun, um Räuspern zu vermeiden?

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie etwas im Hals haben, dann versuchen Sie leicht und mit weniger Druck und Pressen zu husten. Auf Dauer gesehen ist es auch noch gesünder, die Stimme mit einem leichten Summen und Abklopfen des Brustkorbs aufzuwärmen. Summen Sie ganz leise, entspannt und genüsslich ein „mmmh“. Auf diese Weise kann sich vorhandener Schleim lockern. Trinken Sie zusätzlich noch ausreichend Wasser und Tee. Das wirkt vorbeugend, da die Schleimhäute gut durchfeuchtet und damit jederzeit startklar sind.
 

Zusammenfassung: Dauerhaftes und häufiges Räuspern ist schädlich für die Stimme. Es kann durch zu hohen Druck zu kleinen Verletzungen der Stimmlippen führen. Dadurch entsteht schnell ein Teufelskreis, bei dem sich das Räuspern nach und nach verstärkt. Durch leichtes Husten, Summübungen und ausreichend Flüssigkeit können Sie dem Räuspern vorbeugen.

Hat Sie dieser Beitrag zum Nachdenken angeregt oder hat er Ihnen einen Impuls gegeben?
Dann können Sie hier meinen Blog abonnieren und erhalten regelmäßig einen neuen Artikel. Ich freue mich auch über Weiterempfehlungen, Likes und Verlinkungen. Herzlichen Dank.