Brustatmung

Breath in and breath out

Atmung ist ein Grundprinzip unseres Lebens. Mit dem ersten Schreib als Neugeborenes entfalten sich die Lungenflügel. Ab diesem Zeitpunkt sind die Atemorgane unser gesamtes Leben hindurch aktiv. Wir brauchen vermehrt Luft bei anstrengenden Tätigkeiten, wie z.B. Sport, können unseren Körper durch einen ruhigen Atemrhythmus entspannen, Emotionen loslassen, und stützen die Stimme durch einen aktiven Ausatemstrom. Denn der Atem ist die körperliche Basis für das Sprechen. Er ist der Motor der Stimmgebung.

Häufig nutzen Menschen ihre Atemkapazität jedoch nicht vollständig. Dazu gehören z.B. eine flache Atmung oder eine Hochatmung. Bei der flachen Atmung senkt sich das Zwerchfell, als Hauptatemmuskel nur wenig ab. Die Folge ist ein geringes Luftvolumen. Bei der Hochatmung werden Brust und Schultern in der Einatmung übermäßig mit nach oben gezogen. Die Folge ist eine zu starke Anspannung der Schulter- und Nackenmuskulatur, was sich negativ auf die Stimme auswirkt. Bei einer mangelnden Koordination von Atem und Sprechen können außerdem knarrendes und stockendes Sprechen auftreten. Es entsteht häufig der Eindruck von Kurzatmigkeit, Luftüberfüllung oder Luftmangel. Das geht mit unangenehmen Gefühlen wie Druck, Enge oder Beklemmung einher. Grundsätzlich gilt deshalb: Ist der Atem frei, so ist auch die Stimme frei.

Bild: Peter Gaymann

Bild: Peter Gaymann

Wie kann man nun also seinen Atem stärken, um positiven Einfluss auf Körper, Geist und Stimme zu nehmen? Zunächst sollte man sich bewusst werden, wie und wo eine gesunde Atmung stattfindet. Sie strömt tief in Bauch, Brustkorb und Flanken ein. Dabei bemerkt man in der Einatmung eine Hebung von Bauchdecke, Brustkorb und Flanken. Alles weitet sich, wodurch der Atem in den Körper einströmt. Jegliche Einatmung ist also immer in die Tiefe und in die Weite des Körpers gerichtet. In der Ausatmung verengen sich diese Räume wieder. Der Bauch sinkt nach innen, der Brustkorb und die Flanken werden wieder flacher. Der Atemrhythmus ist dabei 3-teilig. Er besteht aus Einatmung, Aus-atmung und einer Atempause.

Die natürliche Atempause ist für einen ruhigen Atemrhymthmus besonders wichtig. Die Stärkung des Atems beginnt als mit der Wahrnehmung. Deshalb empfiehlt es sich zunächst mit folgenden 2 Übungen zu beginnen:

  1. Atem beobachten: Suchen Sie sich eine entspannte Position im Liegen oder Sitzen. Gerne können Sie die Augen schließen. Konzentrieren Sie sich dann auf die Wahrnehmung Ihres Körpers und Ihres Atems. Sie können sich den Raum in Ihrem Körper vorstellen. Verfolgen Sie nun aus einer beobachtenden Haltung den Weg der Luft durch Nase oder Mund, durch den Rachen und die Kehle bis in Ihren Brust- und Bauchraum. Verfolgen Sie den ruhigen Atemrhythmus und lassen Sie die Atmung immer tiefer werden.
  2. Atem ausseufzen: Öffnen Sie nun die Lippen, so dass der Atem durch den Mund fließt. Lassen Sie ein für sich angenehmes oder freudiges Bild entstehen (z.B. auf einem Berggipfel, am Meer o.ä.) und lassen Sie den Atem in diesem angenehmen Gefühl locker ausströmen. Mit diesem Atemseufzer entsteht ein stimmloses, leicht hörbares „haaa“.

Zusammenfassung: Der Atem ist ein Grundprinzip unseres Lebens. Er ist für die körperliche, seelische und stimmliche Gesundheit von großer Bedeutung. Eine gesunde Atmung strömt in Bauch, Brustkorb und Flanken, und hat dabei einen dreiteiligen Atemrhythmus. Übungen zur Atemwahrnehmung stärken Gesundheit und Wohlbefinden.