Flankenatmung

Für freie Atemwege!

Jetzt im Sommer hört man es immer wieder im Radio: „Die Ozonwerte sind erhöht. Vor allem gesundheitlich empfindliche Personen sollten auf anstrengende Tätigkeiten im Freien verzichten. Auch sportliche Ausdauerleistungen sollten vermieden werden.“ Und dann heißt es immer wieder, dass gerade Personen mit Lungenproblemen ganz besonders vorsichtig sein sollten.

In Städten sind die Feinstaubwerte durch Verkehr und Industrie hoch. Je nach Jahreszeit kommen noch weitere Belastungen hinzu. (Bild: Julia Rupprecht)

In Städten sind die Feinstaubwerte durch Verkehr und Industrie hoch. Je nach Jahreszeit kommen noch weitere Belastungen hinzu. (Bild: Julia Rupprecht)

Die Lungen- und die Stimmfunktion hängen direkt miteinander zusammen. Probleme und Einschränkungen in der Atmung können unmittelbar zu einem Stimmproblem führen. Aus diesem Grund schauen wir uns drei Risikofaktoren in der Atemluft an: Die Pollenbelastung, die Ozonbelastung und die Feinstaubbelastung.
 

 

 

Der Pollenflug ist im Frühjahr besonders stark

In der Zeit von Februar bis Juni steht die Blüte in voller Pracht. Es ist wahnsinnig schön anzuschauen, doch für Allergiker leider nicht besonders angenehm. Denn der allergieauslösende Pollen verbreitet sich während der Pollensaison über die Luft nahezu überall hin. Damit wird es für Allergiker aber leider auch besonders schwierig das Allergen zu meiden. Unter einer Allergie versteht man eine überschießende, unangemessene Reaktion des Immunsystems auf eindringende Reize, so z.B. den Pollen. Allergien betreffen dabei häufig die Lunge und die Schleimhäute im Nasen-Rachenraum und wirken sich negativ auf diese aus. Dabei kann es zu Schwellungen, Schleimbildung, Entzündungen kommen. Und natürlich fängt es dann an zu brennen und zu jucken — die Nase läuft — man muss husten — bekommt Halsschmerzen — oder auch eine heisere und belegte Stimme.

Was kann ich tun?

  1. Schleimhäute pflegen: Der Pollen setzt sich an der Nasenschleimhaut fest und sorgt hier für einen dauerhaften Reiz. Spülen Sie Ihre Nase mit einer Nasenspülkanne aus. Sie können auch Kopfdampfbäder mit Salz und Salbei machen.

  2. Haare und Kleidung waschen: Der Pollen setzt sich an allen möglichen Stellen fest. Gerade Personen mit langen Haaren sollten sie deshalb häufiger waschen. Auch in der Kleidung kann sich Pollen gut festsetzen. Legen Sie die Kleidung deshalb nachts auch nicht in der Nähe des Betts ab.

  3. Pollenflugzeiten beachten: In der Stadt ist die Pollenbelastung meist morgens am geringsten. Auf dem Land ist er morgens meist am stärksten. Richten Sie ihre Zeiten zum Lüften danach und lassen Sie beim Lüften wenn möglich einen dünnen Vorhang vor dem Fenster:


Die Ozonwerte sind im Sommer besonders hoch

Von Mai bis September treten meist die höchsten Ozonwerte auf. Ozon ist ein farbloses und giftiges Gas mit der chemischen Formel O3. Im Vergleich zum normalen Sauerstoff O2, den wir zum Atmen brauchen, besteht Ozon also aus drei Sauerstoffatomen. In Bodennähe entsteht es vor allem aus Sauerstoff und Luftschadstoffen, die vorwiegend aus Autoabgasen und der Industrie stammen. So kann Ozon beim Menschen z.B. Augenbrennen, ein Kratzen im Hals oder Kopfschmerzen verursachen. Das Gas reizt vor allem die Lungen und die Atemwege und kann somit auch die Lungenfunktion einschränken oder Lungenkrankheiten hervorrufen. Mögliche Symptome sind Hustenreiz, Atemwegsprobleme und Kopfschmerzen. Bei Werten bis zu 180 µg/m3 besteht keine Gefahr. Ab diesem Wert von 180 µg/m3 sollten man besonders auf seine Gesundheit achten.

Was kann ich tun?

  1. Anstrengungen vermeiden: Ab 180 µg/m3 sollten alle gesundheitlich empfindlichen Personen auf anstrengende Tätigkeiten im Freien verzichten. Auch sportliche Ausdauerleistungen sollten vermieden werden.

  2. Tageszeiten beachten: Legen Sie mögliche Anstrengungen an der frischen Luft, wie z.B. Ausdauersport oder Gartenarbeit möglichst in die frühen Morgenstunden. Hier sind Sie einer geringeren Ozonkonzentration ausgesetzt. Es ist auch empfehlenswert frühmorgens ausgiebig die Wohnung zu lüften.


Die Feinstaubbelastung ist stark vom Wetter abhängig

Die Belastung der Luft mit Feinstaub schwankt täglich. Gerade in Großstädten wie München oder Stuttgart werden immer wieder die festgelegten Grenzwerte überschritten. Aber auch ländliche Gebiete sind betroffen und werden von den feinen Partikeln aus Abgasen, Heizungen und der Landwirtschaft verpestet. Als Feinstaub bezeichnet man Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken. Sie verweilen eine gewisse Zeit in der Atmosphäre. Diese winzigen Teilchen sind mit bloßem Auge nicht zu sehen. Eine hohe Feinstaubbelastung erhöht das Risiko für Allergien, Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs. Da die Feinstaubkonzentration besonders von der Verteilung des Staubs in der Luft abhängt, nimmt das Wetter einen großen Einfluss. Bei einer sogenannten austauscharmen Wetterlage steigen die Feinstaubwerte. Ungünstiges Wetter für die Feinstaubbelastung ist vor allem fehlender Regen und Schnee, eine ungünstige Windrichtung, eine geringe Windgeschwindigkeit, sowie eine nächtliche Bodeninversion. Das tritt besonders oft im Winter auf, weshalb die Feinstaubkonzentration hier besonders hoch werden kann.

Was kann ich tun?

  1. Schadstoffausstoß verringern: Bekanntlich entsteht Feinstaub aus Abgasen. Versuchen Sie deshalb auf Dinge zu verzichten, die Feinstaub produzieren: Lassen Sie das Auto stehen bzw. fahren Sie langsamer, verbrennen Sie kein Holz und versuchen Sie energiebewusst zu leben.

  2. Atemwege schützen und pflegen: Nehmen Sie ein (evtl. sogar angefeuchtetes) Tuch vor Mund und Nase, wenn Sie einer hohen Feinstaubbelastung ausgesetzt sind, so z.B. wenn Sie am Lagerfeuer sitzen. Auch eine Nasenspülkanne oder Kopfdampfbäder können die Stäube etwas binden.

Zusammenfassung: Die Lungen- und die Stimmfunktion hängen direkt miteinander zusammen. Probleme und Einschränkungen in der Atmung können unmittelbar zu einem Stimmproblem führen. Deshalb gilt es die Atemwege zu schützen und zu entlasten. Dabei ist zu beachten dass der Pollenflug im Frühjahr, die Ozonwerte im Sommer und die Feinstaubbelastung bei besonderen Wetterlagen erhöht sind.

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Breath in and breath out

Atmung ist ein Grundprinzip unseres Lebens. Mit dem ersten Schreib als Neugeborenes entfalten sich die Lungenflügel. Ab diesem Zeitpunkt sind die Atemorgane unser gesamtes Leben hindurch aktiv. Wir brauchen vermehrt Luft bei anstrengenden Tätigkeiten, wie z.B. Sport, können unseren Körper durch einen ruhigen Atemrhythmus entspannen, Emotionen loslassen, und stützen die Stimme durch einen aktiven Ausatemstrom. Denn der Atem ist die körperliche Basis für das Sprechen. Er ist der Motor der Stimmgebung.

Häufig nutzen Menschen ihre Atemkapazität jedoch nicht vollständig. Dazu gehören z.B. eine flache Atmung oder eine Hochatmung. Bei der flachen Atmung senkt sich das Zwerchfell, als Hauptatemmuskel nur wenig ab. Die Folge ist ein geringes Luftvolumen. Bei der Hochatmung werden Brust und Schultern in der Einatmung übermäßig mit nach oben gezogen. Die Folge ist eine zu starke Anspannung der Schulter- und Nackenmuskulatur, was sich negativ auf die Stimme auswirkt. Bei einer mangelnden Koordination von Atem und Sprechen können außerdem knarrendes und stockendes Sprechen auftreten. Es entsteht häufig der Eindruck von Kurzatmigkeit, Luftüberfüllung oder Luftmangel. Das geht mit unangenehmen Gefühlen wie Druck, Enge oder Beklemmung einher. Grundsätzlich gilt deshalb: Ist der Atem frei, so ist auch die Stimme frei.

Wie kann man nun also seinen Atem stärken, um positiven Einfluss auf Körper, Geist und Stimme zu nehmen? Zunächst sollte man sich bewusst werden, wie und wo eine gesunde Atmung stattfindet. Sie strömt tief in Bauch, Brustkorb und Flanken ein. Dabei bemerkt man in der Einatmung eine Hebung von Bauchdecke, Brustkorb und Flanken. Alles weitet sich, wodurch der Atem in den Körper einströmt. Jegliche Einatmung ist also immer in die Tiefe und in die Weite des Körpers gerichtet. In der Ausatmung verengen sich diese Räume wieder. Der Bauch sinkt nach innen, der Brustkorb und die Flanken werden wieder flacher. Der Atemrhythmus ist dabei 3-teilig. Er besteht aus Einatmung, Aus-atmung und einer Atempause.

Die natürliche Atempause ist für einen ruhigen Atemrhymthmus besonders wichtig. Die Stärkung des Atems beginnt als mit der Wahrnehmung. Deshalb empfiehlt es sich zunächst mit folgenden 2 Übungen zu beginnen:

  1. Atem beobachten: Suchen Sie sich eine entspannte Position im Liegen oder Sitzen. Gerne können Sie die Augen schließen. Konzentrieren Sie sich dann auf die Wahrnehmung Ihres Körpers und Ihres Atems. Sie können sich den Raum in Ihrem Körper vorstellen. Verfolgen Sie nun aus einer beobachtenden Haltung den Weg der Luft durch Nase oder Mund, durch den Rachen und die Kehle bis in Ihren Brust- und Bauchraum. Verfolgen Sie den ruhigen Atemrhythmus und lassen Sie die Atmung immer tiefer werden.

  2. Atem ausseufzen: Öffnen Sie nun die Lippen, so dass der Atem durch den Mund fließt. Lassen Sie ein für sich angenehmes oder freudiges Bild entstehen (z.B. auf einem Berggipfel, am Meer o.ä.) und lassen Sie den Atem in diesem angenehmen Gefühl locker ausströmen. Mit diesem Atemseufzer entsteht ein stimmloses, leicht hörbares „haaa“.

Zusammenfassung: Der Atem ist ein Grundprinzip unseres Lebens. Er ist für die körperliche, seelische und stimmliche Gesundheit von großer Bedeutung. Eine gesunde Atmung strömt in Bauch, Brustkorb und Flanken, und hat dabei einen dreiteiligen Atemrhythmus. Übungen zur Atemwahrnehmung stärken Gesundheit und Wohlbefinden.

https://www.julia-training.com/stimmtraining