Kreativität

Methodentipp: Mood-Chart


Kreatives Denken spielt in meinem Leben eine sehr große Rolle. Bewusst oder unbewusst bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen Perspektiven, Lösungen und Ideen. Dabei spüre ich in mir eine große Neugierde und Befriedigung, wenn sich Dinge auf überraschende und gleichzeitig stimmige Weise miteinander fügen.

Mit der Zeit haben sich in meinem Alltag verschiedene Techniken etabliert mit denen ich Ideen und Materialien speichere. Denn meine Erfahrung zeigt, dass meist nicht sofort klar ist, wofür eine Sache verwendbar ist. Im Gegenteil: Ideen brauchen Zeit zu reifen. Häufig müssen Aspekte miteinander kombiniert werden, die aber aus ganz verschiedenen Bereichen des eigenen Lebens kommen und die einem unter Umständen auch zu unterschiedlichen Zeiten begegnen. Manch-mal liegen Wochen, Monate, gar Jahre zwischen zwei Aspekten, die sich dann aber ganz schlüssig miteinander verbinden.

Deswegen sollte man sich bewusst machen, dass eine gute Aufbewahrung und Vernetzung von Ideen wichtig ist. Die Erstellung eines sogenannten Mood-Charts kann einem dabei helfen.


Das Mood-Chart als kreative Ideencollage

Quelle: Fotolia

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Beim Mood-Chart handelt es sich um eine Form von Collage, die viele verschiedene Materialien beinhaltet. Es wird als ein Stimm-ungsbild verstanden, in dem möglichst viele Informationen gesammelt und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Auf Grundlage dieses affektiven Einstiegs kann dann eine Weiterverarbeitung des Themas geschehen. Denn das Mood-Chart sorgt für eine multi-modale und ganzheitliche Wahrnehmung.
 

Sammeln Sie über einen längeren Zeitraum alle brauchbaren Materialien zu einem Thema. Dabei gibt es keine strikten Regeln. Sie können bei der Auswahl der eigenen Intuition und Aufmerk-samkeit folgen. Auch müssen Sie nicht von Anfang einen Zusammenhang erklären können. Es reicht das vage und manchmal diffuse Gefühl, dass es einen Zusammenhang zum eigenen Thema gibt, der sich erst nach und nach expliziert. Folgende Dinge können z.B. Teil eines Mood-Charts sein:

  • Grafiken, Bilder, Fotos, Prospekte, Kataloge etc.
  • Textausschnitte, Zeitungsartikel, handschriftliche Aufzeichnungen etc.

Diese Liste ist natürlich noch durch viele Dinge erweiterbar. Was alle Aspekte auf einem Mood-Chart verbindet, ist eine gefühlte Verbindung zum eigenen Thema, die eine emotionale Stimmung aufgreift und verdichtet. So können Sie also auch Orte, Situationen und Menschen aufsuchen, wo Sie sich eine Inspiration erhoffen. Im Mood-Chart werden dann all diese Infos zusammengefasst und als Collage miteinander angeordnet. Lassen Sie sich überraschen welche neuen Ideen und Einsichten Sie dann erwarten!


Zusammenfassung: Für die Steuerung von kreativen Prozessen ist eine sinnvolle Speicherung und Vernetzung von Ideen wichtig. Denn diese Aspekte und Ideen können einem zeitlich und räumlich übergreifend begegnen. Mit der Kreativitätstechnik Mood-Chart können Ideen gesammelt und in Form einer Collage miteinander angeordnet werden.
 

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Klassische Synketik

Kreativitätstechniken lassen sich in Gruppen ähnlicher Methoden einordnen. Eine dieser Gruppen sind die so genannten Synektik-Methoden. Es handelt sich dabei um assoziative Methoden, die auf der schöpferischen Konfrontation mit themenfremden Inhalten aufbauen. Wichtige Vertreter dieses Methodenzirkels sind z.B. die Reizwortmethode und die klassische Synektik. Diese setzen auf zwei wesentliche Prinzipien:

„Make the familiar strange“: Problementfernung

„Make the strange familiar“: Wiederannäherung an das Problem

Die bewusste und wiederholte Entfernung vom Problem und eine anschließende Wieder-annäherung bringt dabei innovative Lösungen ans Licht.
 

Die klassische Synektik beruht auf acht schritten

  1. Benennen des Themas: Zunächst wird eine Aufgabenstellung formuliert und alle dazu vorhandenen Informationen werden gesammelt und strukturiert.
     
  2. Erste Lösungsvorschläge: Naheliegende Lösungen werden gesammelt (z.B. mittels Brain-storming) und visualisiert; diese Stufe fungiert als „Purge“ (= Reinigung), damit man im Anschluss mental deblockiert ist. Die Teilnehmenden sollen offen sein für weitere Ideen und Missverständnisse ausräumen. Dadurch wird ein höheres Verständnis erreicht.
     
  3. Verdichten des Themas: Auf der Basis der ersten gefundenen Lösungsansätze wird das Thema wird nun auf seine ursächliche Bedeutung hin eingeengt. Es folgt eine Neuformu-lierung des Problems in Form eine konkreten Fragestellung.
     
  4. Bilden direkter Analogien: Man entfernt sich von der Themenstellung und bildet direkte Analogien. Man stellt sich also die Frage, was Ähnlichkeiten oder Gemeinsamkeiten mit dem Thema aufweist. Diese Analogien können z.B. aus den Bereichen Natur, Technik, Geschichte oder Soziales kommen. Die Analogien werden gesammelt und erst im An-schluss bewertet. Dabei wird die Interessanteste ausgewählt und zur Weiterentwicklung verwendet.
     
  5. Bilden persönlicher Analogien: Die ausgewählte direkte Analogie dient zur Bildung einer persönlichen Analogie. Man soll sich mit der ausgewählten Analogie identifizieren. Nun sind die Emotionen entscheidend und man soll alle Gefühle äußern, wenn man sich ganz stark in die Analogie hineinversetzt. Die Gefühle und Bedürfnisse werden gesammelt und visualisiert.
     
  6. Bilden symbolischer Analogien: Es wird ein Gefühl der vorhergehenden Stufe ausgewählt und daraus symbolische Analogien abgeleitet. Diese sollen aus einem Adjektiv und einem Substantiv bestehen. Adjektiv und Substantiv sollen dabei in einem gewissen Widerspruch stehen. Durch diese paradoxe Kombination wird weiteres kreatives Potential befeuert. Es wird wiederum eine favorisierte Phrase ausgewählt.
     
  7. Rückführung in eine direkte Analogie: Zur symbolischen Analogie wird nun wieder eine direkte Analogie. Diese Analogie soll aus dem Bereich stammen aus dem auch die Aufga-benstellung kommt. Diese letzte Analogiebildung wird auf alle Merkmale hin untersucht und auf das Ausgangsthema übertragen.
     
  8. Force-Fit: Diese Übertragung auf das Ausgangsproblem wird Force-Fit genannt. Dabei werden durch die Eigenschaften der Analogie Verbindungen mit den Merkmalen des Ursprungsthemas hergestellt. Dabei muss keine wörtliche, sondern eine ideelle Über-tragung stattfinden. Daraus können dann konkrete Lösungsansätze entwickelt und hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit geprüft werden
Bei der klassischen Synketik entfernt man sich bewusst vom Thema um sich im Anschluss aus einer neuen Richtung anzunähern.

Bei der klassischen Synketik entfernt man sich bewusst vom Thema um sich im Anschluss aus einer neuen Richtung anzunähern.

Bei der klassischen Synektik handelt es sich um eine anspruchsvolle und komplexe Kreativitätsmethode. Sie ist sehr zeitintensiv und kann durchaus mehrere Stunden bzw. bis zu einem Tag in Anspruch nehmen. Deshalb sind hier eine gewisse Erfahrung, Leitung durch einen Moderator oder eine Moderatorin und ein gutes Arbeitsklima von besonderer Bedeutung.

 

 





Quellen und Literaturhinweise:

  • Antosch-Bardohn J. (2007): Kreativitätstechniken in rhetorischen Prozessen. München: GRIN Verlag.
  • Luther M. (2013): Das große Handbuch der Kreativtätsmethoden. Bonn: managerSeminare Verlags GmbH. 
     

Zusammenfassung: Bei der klassischen Synektik handelt es sich um eine Kreativitätstechnik mit dem Ziel sich zunächst von der Problemstellung zu entfernen, um sich im Anschluss aus einer neuen Perspektive wieder anzunähern. Dabei erfolgen acht Arbeitsschritte in denen direkte, persönliche und symbolische Analogien entwickelt werden. Darauf aufbauend werden neue Lösungsansätze zu einer Fragestellung gesucht.
 

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Brainstorming mal anders

In einem früheren Artikel habe ich bereits die Kreativitätstechnik „Brainstorming“ vorgestellt. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um die bekannteste Kreativitätstechnik, die empirisch sogar sehr gut untersucht ist. Und dabei zeigt sich, dass für die korrekte Durchführung des Brainstormings fünf Regeln eingehalten werden müssen. Wenn diese Regeln nicht eingehalten werden, kann die Methode scheitern, was sich durch wenige Ideen, qualitativ nicht so gute Ideen, Production Blocking und eine Veränderung der Gruppendynamik zeigt.
 

Worauf sollte man beim Brainstorming also unbedingt achten?

  • Quantität vor Qualität: je mehr Ideen, desto besser!
  • Keine Kritik: alles ist denkbar!
  • Alle Ideen visualisieren: jeder kann jede Idee sehen!
  • Ergänzungen sind erlaubt: Anknüpfen ist jederzeit und überall möglich!
  • Verrückte Ideen sind erwünscht: je wilder und ungewöhnlicher, desto besser!
     

Brainstorming auf den Kopf gestellt

Imag Brainstorming_julia-training.com.jpg

Heute möchte ich Ihnen eine andere Variante des Brainstorming vorstellen. Das sogenannte „Imaginäre Brainstorming“. Im Vergleich zum klassischen Brainstorming wird die Aufgabenstellung in einer anderen Weise formuliert: Und zwar wird der Rahmen bzw. die Themenstellung ins Fantastische verändert. Das bedeutet, dass ein Rahmen gefunden werden soll, der nicht real existiert, regelkonform ist oder sich auf bekannte soziale und natürliche Umstände bezieht. Es soll möglichst irreal sein, um die Phantasie anzuregen!

Und anhand dieser irrealen Verhältnisse werden dann Lösungen wie beim klassischen Brainstorming gesammelt. Am besten lässt sich ein imaginären Brainstorming durch eine „Was wär wenn“-Frage erzeugen:

  • „Was wäre, wenn Tiere telepathische Fähigkeiten hätten?“
  • „Was wäre, wenn Pflanzen sprechen könnten?“
  • „Was wäre wenn Autos fliegen könnten?“

Alle Anregungen und Ideen werden gesammelt und visualisiert. Dabei werden keine Ideen zensiert oder unberücksichtigt gelassen. Im Anschluss werden diese Ideen auf die reale Ausgangssituation übertragen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg beim Ausprobieren dieser Technik!

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Wie verwende ich Kreativitätstechniken zielführend?

Quelle: fotolia

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Der Begriff Kreativitätstechniken bezeichnet Methoden, die helfen kreative Problemstellungen zu lösen. Sie kommen in verschiedenen Phasen des Problemlöseprozesses zum Einsatz. Sie haben das Ziel, kreative Denkprozesse zu initiieren, aufrecht- zuerhalten und zu steuern. Ursprünglich wurden unter diesem Begriff nur Techniken verstanden, die das Ziel haben, neue Ideen zu finden. Mit wachsender Forschungstätigkeit wurden auch Techniken zur Problemklärung, Ideenauswahl, Ideenbewertung und Ideenumsetzung als Kreativitätstechniken bezeichnet. Es werden heute sicherlich mehr als 500 Techniken im Bereich der Kreativität gezählt. Häufig handelt es sich dabei jedoch um Abwandlungen von ursprünglichen Kreativitätstechniken. Viele Techniken haben sich in der Praxis bewährt. Einzelne Techniken, wie z.B. das Brainstorming wurden auch empirisch untersucht. Systematisch wurde die Wirksamkeit von Kreativitätstechniken aber bislang noch nicht betrachtet und untersucht.
 

Wie wende ich Kreativitätstechniken an?

Um Kreativitätstechniken zielgerichtet und effektiv anwenden zu können, ist es wichtig, einige Hinweise zu beachten. Durch diese Empfehlungen kann die unmittelbare, kreative Umwelt positiv beeinflusst werden. Sie beinhalten Tipps für Einzelpersonen und Teams, da Kreativitätstechniken sowohl individuell als auch in der Gruppe durchgeführt werden können.

Strukturelle Voraussetzungen und Ressourcen
Für die Durchführung von kreativen Arbeitsprozessen braucht es genügend Zeit, räumliche Voraussetzungen und passendes Arbeitsmaterial. Gerade in diesen Bereichen kann man durch eine gute zeitliche Planung (inkl. Puffer), genügend Platz und multimodales Arbeitsmaterial (Papier, Stifte, Pinnwand etc.) Prozesse verbessern und Stress minimieren.

Trainieren
Häufiges Anwenden von Kreativitätstechniken unterstützt bei der Entwicklung kreativer Fähigkeiten. Außerdem macht man sich mit dem Nutzen und dem Ablauf einzelner Techniken vertraut. Dadurch kann man einerseits sehr schnell die passende Technik auswählen und andererseits diese Technik effizient und reibungslos durchführen.

Variieren
Das Ausprobieren unterschiedlicher, auch neuer Techniken hilft flexibel und offen mit neuen Problemstellungen umzugehen.

Regeln beachten
Kreativität kann sich erst durch die richtige Balance zwischen Regeln und Struktur auf der einen Seite, und Freiheit und Entfaltung auf der anderen Seite entwickeln. Die Techniken und Phasen bieten ein Rahmenwerk für einen erfolgreichen kreativen Prozess. Deshalb ist es wichtig, die Regeln der jeweiligen Phase zu kennen, um sich an die Durchführung und Abläufe zu halten.

Visualisieren
Das Visualisieren dient einerseits der Dokumentation, andererseits ist es Grundlage für den gemeinsamen Ideenaustausch. Es gibt jedoch Techniken, bei denen eine Visualisierung zunächst verdeckt geschieht. Zu einem späteren Zeitpunkt sollten die Visualisierungen allen beteiligten Personen zugänglich gemacht werden.

Separieren
Der Ideenentwicklungsprozess erfolgt in mehreren Stufen. Diese Stufen sollten deutlich voneinander getrennt werden, so dass das Ziel der jeweiligen Phase klar verfolgt werden kann. Unter Umständen kann auch mit Pausen oder Aktivierungsübungen gearbeitet werden, um den Übergang zwischen zwei Phasen zu erleichtern.
 

Zusammenfassung: Kreativitätstechniken haben das Ziel, kreative Denkprozesse zu initiieren, aufrechtzuerhalten und zu steuern. So werden Methoden zur Problemklärung, Ideenauswahl, Ideenbewertung und Ideenumsetzung als Kreativitätstechniken bezeichnet. Um Kreativitätstechniken zielgerichtet und effektiv anwenden zu können, ist es wichtig, einige Hinweise zu beachten, die sowohl die Vorbereitung als auch Durchführung von Kreativitätstechniken betreffen.
 

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Methodentipp: Kugellager

Sie suchen eine Methode mit der Sie durch das Wissen einer Gruppe eine möglichst breite Informationsbasis generieren können? Dann probieren Sie doch mal das Kugellager. Die Methode eignet sich besonders als interaktive Lehr-Lernmethode und als Methode in kreativen Prozessen.

Ein Kugellager von oben betrachtet. Quelle: eigene Darstellung

Ein Kugellager von oben betrachtet. Quelle: eigene Darstellung

Dabei wird Themenkomplex in vier oder fünf Unterthemen zerlegt. Achten Sie darauf, dass die Unterthemen möglichst klar voneinander abgrenzbar sind. Die Teilnehmer sitzen sich in einem äußeren und einem inneren Stuhlkreis gegenüber. Die Teilnehmer im inneren Stuhlkreis werden im Verlauf der Methode zu „Experten“ für je ein Unterthema. Denn sie sammeln mit ihrem Gegenüber ca. 3-5 Minuten alles zu einem Themenaspekt und dokumentieren die Informationen. Die Teilnehmer im äußeren Stuhlkreis rotieren nach Ablauf der Zeit einen Platz weiter und tauschen sich auf diese Weise mit den verschiedenen Experten aus. Mit dem Kugellager wird also ein intensiver Wissenstransfer unter den Teilnehmern betrieben. Die Methode erzeugt Generalisten (äußerer Kreis) und Experten (innerer Kreis). Ergebnisse aus dem Kugellager können Ausgangspunkt für weitere Arbeitsschritte sein. So können aus den Ergebnissen z.B. kleine Präsentationen erstellt werden, es kann ein Clustering vorgenommen werden, oder es bildet die Ausgangsbasis für weitere kreative Prozesse.

Das benötigen Sie also für die Durchführung eines Kugellagers:
Gesamtzeit: ca. 20-25min
Gruppengröße: 8-15 Personen
Bestuhlung: passende Anzahl an Stühlen als In- und Außenkreis gestellt
Moderationsmaterial: Blöcke oder Klemmbretter zum Schreiben für die Experten; es ist empfehlenswert das jeweilige Unterthema bereits auf einem Blatt visualisiert zu haben; weiteres Moderationsmaterial für die Weiterverarbeitung der Ergebnisse

Zusammenfassung: Das Kugellager ist eine Methode mit der man durch das Wissen einer Gruppe eine möglichst breite Informationsbasis generieren kann. Bei der Durchführung wird ein Oberthema in Teilthemen zerlegt und im Verlauf der Methode entstehen unter den Teilnehmenden Experten und Generalisten. Die Ergebnisse können vielfältig weiterverwendet werden.

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Was macht ein gutes Brainstorming aus?

Beim Brainstorming handelt es sich wahrscheinlich um die bekannteste Kreativitätstechnik. Teilweise wird es schon synonym verwendet im Sinne von „Lasst uns doch mal ein Brainstorming dazu machen.“. Doch ist das Brainstorming eigentlich immer die beste Variante für das Finden neuer Ideen und Einfälle? Wahrscheinlich nicht. Beim Brainstorming handelt es sich auch um eine der empirisch am besten untersuchten Kreativitätstechniken. Und dabei zeigt sich, dass für die korrekte Durchführung des Brainstormings fünf Regeln eingehalten werden müssen. Ist dies nicht der Fall kann das Brainstorming sogar ordentlich schief gehen, was dann wenige Ideen, qualitativ nicht so gute Ideen, Production Blocking und eine Veränderung der Gruppendynamik nach sich ziehen kann.

Worauf sollte man beim Brainstorming also unbedingt achten?

  • Quantität vor Qualität: je mehr Ideen, desto besser!
  • Keine Kritik: alles ist denkbar!
  • Alle Ideen visualisieren: jeder kann jede Idee sehen!
  • Ergänzungen sind erlaubt: Anknüpfen ist jederzeit und überall möglich!
  • Verrückte Ideen sind erwünscht: je wilder und ungewöhnlicher, desto besser!
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Die Aufgabenstellung wird positiv formuliert und visualisiert. Dann werden alle Anregungen und Ideen in Bezug auf die Aufgabenstellung gesammelt. Dabei werden keine Ideen zensiert oder unberücksichtigt gelassen. So können viele neuartige Ideen entstehen. Beim Brainstorming als Gruppen-technik generieren die Teilnehmer auf Zuruf so viele Ideen wie möglich. Eine heterogene Gruppenzusammensetzung führt häufig zu einer größeren Ideenvielfalt. Man kann auch eine Mindestideenquote einführen, um einen höheren Anreiz zu setzen. Es gilt vor allem auch darauf zu achten, dass alle Teilnehmer gleichermaßen zum Zug kommen. So kann es auch empfehlenswert sein zusätzlich ein Aufnahmegerät zu verwenden, um den Ideenfluss nicht zu unterbrechen.

Zusammenfassung: Beim Brainstorming handelt es sich um eine sehr bekannte Kreativitätstechnik. Doch für die zielführende Verwendung des Brainstormings sollten fünf Regeln unbedingt beachtet werden. Nach der Formulierung eines Themas beginnt die Ideenfindungsphase, wobei die Visualisierung der Ideen und die Einhaltung der Regeln zwingend notwendig ist. So können Quantität und Qualität der Ideen gesteigert werden, Production Blocking vermieden werden und die Gruppendynamik positiv gesteuert werden.

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Everything is a remix

Die Existenz von Kreativität hat Menschen von je her fasziniert. Durch alle Zeiten hinweg erkannten Menschen das Schöpferische als Grundprinzip von Leben und Entwicklung. Im klassischen Altertum bestanden mystifizierte Vorstellungen über den Ursprung von Kreativität. Kreativität wurde als ein göttliches Prinzip verstanden, das zwischen Konstruktion und Destruktion, sowie dem Seienden und dem Nichts stattfindet. In vielen Vorstellungen war Kreativität deshalb nur dem Göttlichen oder einem besonderen Genie vorbehalten. Im Denken Platons z.B. sind wahre Ideen nur dem Göttlichen vorbehalten. Der Mensch ist lediglich in der Lage sie zu erkennen und zu modifizieren. Diese Vorstellungen wandelten sich im Laufe der Jahrhunderte. Heute haben wir einen aufgeklärten, wenn auch schwer fassbaren Begriff von Kreativität. Der Mensch als Schöpfer steht dabei im Mittelpunkt. So wird Kreativität heute als eine menschliche Fähigkeit verstanden.

Drevdahl (1956) bietet folgende Definition an, um Kreativität sehr umfassend zu beschreiben:
“Kreativität ist die Fähigkeit von Menschen, Kompositionen, Produkte oder Ideen gleich welcher Art hervorzubringen, die in wesentlichen Merkmalen neu sind und dem Schöpfer vorher unbekannt waren. Sie kann in vorstellungshaftem Denken bestehen oder in der Zusammenfügung von Gedanken, wobei das Ergebnis mehr als eine reine Aufsummierung des bereits Bekannten darstellt. Kreativität kann das Bilden neuer Muster und Kombinationen aus Erfahrungswissen einschließen und die Übertragung bekannter Zusammenhänge auf neue Situationen ebenso wie die Entdeckung neuer Beziehungen. Das kreative Ergebnis muss nützlich und zielgerichtet sein und darf nicht in reiner Phantasie bestehen - obwohl es nicht sofort praktisch angewendet zu werden braucht oder perfekt vollständig sein muss. Es kann jede Form des künstlerischen oder wissenschaftlichen Schaffens betreffen oder prozesshafter oder methodischer Natur sein.”

Dies ist ein Defintionsangebot von sehr vielen, denn bei Kreativität handelt es sich um ein wahrhaft schwer zu definierendes Phänomen. Man kann in diesem Versuch sogar einen infiniten Regress sehen, da alles Neue auf Bekanntem aufbaut. Durch Modifikation wird etwas Neues daraus, doch ist die Grenze zum Alten schwer zu ziehen. Gleichzeitig kann man auch jede Wiederholung als einen schöpferischen Akt betrachten, da eine komplett identische Reproduktion für den Menschen nicht möglich erscheint. Es ist auch in jeder Wiederholung ein persönliches, neuartiges und damit kreatives Element.

Dieser Zusammenhang zwischen Bekanntem und Neuartigem wird im Video „Everything’s a remix“ unterhaltsam beschrieben. Viel Spaß beim Anschauen!


Zusammenfassung: Kreativität hat von je her fasziniert, doch hat sich die Vorstellung von Kreativität grundlegend gewandelt. Heute gibt es sehr viele unterschiedliche Defintionsangebote, wobei Kreativtät häufig als eine menschliche Fähigkeit verstanden wird. Dabei wird oftmals vorausgesetzt, dass Neues auf bereits Bekanntem aufbaut, und deshalb Neuartigkeit und Kreativität nur auf der Basis von Wissen und Expertise stattfinden kann.

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Der kreative Prozess unter der Lupe

Unter einem kreativen Prozess im engeren Sinne, werden die psychischen und kognitiven Abläufe verstanden, die zur Hervorbringung eines neuartigen Produktes führen. In der Literatur über kreatives Denken werden häufig Phasenmodelle beschrieben, die jedoch unter der Voraussetzung stehen, dass der kreative Prozess bei allen Menschen ähnlich oder gleich abläuft. Dabei wird der kreative Prozess meist als Reorganisation von Wissen betrachtet, der sich mit Hilfe von assoziativen Elementen und neuen Kombinationen formt.

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Dabei dient ein Modell als Ausgangspunkt vieler Betrachtungen des kreativen Prozesses: das Phasenmodell von Graham Wallas, das bereits in den 1920er Jahren entstand und in seiner Abhandlung “The art of thought” 1926 veröffentlicht wurde. Diese Modell unterteilt den kreativen Prozess in vier aufeinander-folgende Phasen:

 

  • Präparation
    Zunächst muss die Aufgaben- oder Problemstellung definiert und geklärt werden. Davon ausgehend werden relevante Informationen gesammelt und brauchbares Wissen aktiviert. Dabei geht es um die Erhebung möglichst vieler und gehaltvoller Informationen. Diese Wissensbasis dient der differenzierten, reflektierten und unvoreingenommenen Betrachtung des Gegenstands.
  • Inkubation
    Diese Phase wird beschrieben als un- oder vorbewusste Weiterverarbeitung der Inhalte, d.h. es geschieht keine aktive Beschäftigung mit der Aufgabenstellung. Diese Denkvorgänge sind somit der Einsicht und dem Bewusstsein vorenthalten.
  • Illumination
    Sie wird charakterisiert als eine plötzliche und sinnhafte Einsicht, die zur Problemlösung führt. Sie ergibt sich unmittelbar aus der Inkubationsphase und stellt die Synthese der unbewussten Prozesse dar.
  • Evaluation
    Hier handelt es sich um eine Phase der Reflexion und Bewertung, da sich nicht jede Idee als gewinnbringend bewahrheitet. Dabei müssen vor allem Aspekte der Neuartigkeit, Angemessenheit, Umsetzbarkeit und Sinnhaftigkeit beurteilt werden. In dieser Phase geschehen deshalb noch weitere Veränderungen und Anpassungen des Produkts.

Phasenmodelle können verwendet werden, um kreative Prozesse retrospektiv zu beschreiben oder um diese zu fördern und zu unterstützen. Sie dienen dabei als Hilfestellung in theoretischer wie auch empirischer Hinsicht. In der Praxis lässt sich beobachten, dass diese angenommenen Phasen durchaus nicht chronologisch ablaufen. Es ist viel mehr ein sich wiederholender Zyklus, der mit Hilfe von Reflexions- und Feedbackschleifen passiert. Dabei können Phasen oszillierend oder gleichzeitig ablaufen. So wurden in der wissenschaftlichen Diskussion über mögliche Phasen des kreativen Prozesses auch viele Modifikationen vorgeschlagen. Dabei handelte es sich vor allem um Hinzufügungen von Phasen, wie z.B. die “Phase der Frustration”, die “Phase der Kommunikation” oder die “Phase der Problemklärung”.

Ziel wissenschaftlicher Forschung darf es jedoch nicht sein, mögliche Phasen als solches zu identifizieren. Die Forschung sollte sich auf die kognitiven Prozesse innerhalb der Phasen konzentrieren. Erst wenn diese Denkprozesse exploriert und beschrieben werden können, ist man dem Phänomen der Kreativität weiter auf die Spur gekommen.

Zusammenfassung: Kreative Prozesse werden in der wissenschaftlichen Literatur häufig mittels Phasenmodellen beschrieben. Das Modell von Graham Wallas mit seinen vier Phasen Präparation, Inkubation, Illumination und Evaluation, dient dabei vielmals als Ausgangsbasis. Ziel wissenschaftlicher Forschung sollte jedoch vielmehr die Exploration der kognitiven Prozesse an sich sein.

 

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Six Thinking Hats

6-Hüte-Technik_julia-training

Die 6-Hüte-Technik (im Original "Six Thinking Hats") ist eine Kreativitätstechnik von Edward de Bono. Bei dieser Methode soll ein Thema oder eine Fragestel- lung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Diese Perspektiven werden durch die so- genannten Denkhüte symbolisiert. Jeder Hut vertritt dabei eine bestimmte Problemlösequalität, Position oder Denkrichtung.
 

Die Denkhüte gewährleisten, dass alle unterschiedlichen Perspektiven ausreichend berücksichtigt werden. Im Original von Edward de Bono gibt es folgende Hutfarben mit ihrer jeweiligen Bedeutung:

  • Der weiße Hut steht für eine...
    neutrale Haltung: faktisch orientiert, achtet auf Daten und Informationen, Sachlichkeit
  • Der rote Hut steht für eine...
    emotionale Haltung: Gefühle, Intuitionen, Erlebensbezug
  • Der gelbe Hut steht für eine...
    positive Haltung: Vorteile, Möglichkeiten und Chancen, optimistisch
  • Der schwarze Hut steht für eine...
    negative Haltung: Nachteil, Risiken und Gefahren, pessimistisch
  • Der grüne Hut steht für eine...
    kreative Haltung: Ideen, Neues und Alternativen, originell und erfinderisch
  • Der blaue Hut steht für eine...
    objektive Haltung: Synthese, Schlussfolgerung und Metaposition

Die Methode hilft folglich bei der Integration unterschiedlicher Sichtweisen. Diese Kreativitäts- technik wird auch häufig als Diskussionsmethode verwendet. Die Positionen können auch ergänzt oder ausgetauscht werden, um dem Thema besser gerecht zu werden. Es können auch real existierende Perspektiven verwendet werden.

Zusammenfassung: Die Kreativitätstechnik 6-Hüte-Technik dient der Betrachtung eines Problems oder einer Fragestellung aus 6 unterschiedlichen Denkrichtungen bzw. Perspektiven. Die Methode hilft folglich bei der Integration unterschiedlicher Sichtweisen.

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Was Cicero noch nicht wusste...

Rhetorik - einmal anders! Und zwar so, dass es Redner und Publikum große Freude macht.
Ich habe ein Konzept entwickelt, wie die Vorbereitung und Durchführung von Reden durch den Einsatz von Kreativitätstechniken unterstützt werden kann. Kreative Denkformen helfen dem Redner bei der Erarbeitung des Themas, beim Erstellen der Redestruktur, bei der Analyse von Publikum und Situation, sowie bei der Gestaltung des Mediums. Dabei werden zwei Bausteine erarbeitet: Präsentationstechniken und Kreativitätstechniken.

KaWa-Methode

Präsentationstechniken bilden die Basis. Da- bei steht das Ausdrucksverhalten des Sprechers im Mittelpunkt. Hier kann mit Hilfe von individuellem Video-Feedback gearbeitet werden. Dabei werden konkrete Hinweise ge- geben, wie der eigene Ausdruck mittels Sprache, Stimme und Körperausdruck verbes- sert werden kann. Rededispositionen und Mediengestaltung werden gezielt eingesetzt.

Kreativitätstechniken werden nun als zielgerichtete Unterstützung in der Erarbeitung einer Rede eingesetzt. Zu diesem Zweck kommt ein eigens für die Rederhetorik zusammengestellter kreativer Methodenkastens zum Einsatz. Dort können je nach Fragestellung, Techniken zur Ideenfindung, zur Gestaltung von Redeaufbau und Sprache, sowie zur Analyse von Situation und Publikum ausgewählt werden. Durch das Anwenden der Techniken wird kreatives Denken geschult.

Rhetorik soll folglich von kreativen Denkformen profitieren, um folgende Ziele zu erreichen:

  • Der Redner steigert seine Souveränität und Flexibilität in Redevorbereitung und Durchführung.
  • Der Redner kann das Redethema und den Redeaufbau originell gestalten.
  • Der Redner findet eine ansprechende und anschauliche Gestaltung von Medium und Sprache.
  • Der Redner findet einen erfrischenden und angemessenen Umgang mit Zuhörern und Redesituation

Zusammenfassung: Rhetorik profitiert von kreativen Denkformen. Deshalb habe ich ein Konzept entwickelt das Kreativitätstechniken für die Rederhetorik und für Präsentationen nutzbar macht. Mit Hilfe eines Methodenkastens können kreative Ideen bei der Erarbeitung des Themas, beim Erstellen der Redestruktur, bei der Analyse von Publikum und Situation, sowie bei der Gestaltung des Mediums gefunden werden.