Kürze und Prägnanz

Wie lange braucht eigentlich der Aufzug in den 3. Stock?

Der Mythos besagt, dass der sogenannte Elevator Pitch dadurch entstanden ist, dass findige und engagierte Vertriebsleute neue Ideen und mögliche Lösungen mit ihren Chefs besprechen wollten. Doch die Chance den Chef anzutreffen war sehr gering, denn die Führungskräfte waren natürlich sehr beschäftigt und daher schwer für ein Gespräch zu bekommen. Doch eine Möglichkeit bot sich: Den vielbeschäftigten Managern in den Aufzug nachhechten, und ihnen während der Fahrt in ein anderes Stockwerk das Anliegen vortragen.
Das bedeutet: Wenig Zeit und eine knackige Botschaft!

Elevator Pitch_Julia Training

Beim Elevator-Pitch sollen also die relevanten und wesentlichen Informationen eines Themas in einer möglichst prägnanten Form dargeboten werden. Dabei soll vor allem der Nutzen oder die Kernbotschaft in den Vordergrund gestellt werden. Ziel ist es, punktgenau und verständlich zu formulieren.

 

 

Folgende Fragen können helfen diese Kürze und Prägnanz zu erreichen:

  • „Worum geht es?“
  • „Was ist das Besondere, das Sensationelle, das Hilfreiche, das Relevante?“
  • „Worin unterscheidet sich das Thema u.U. von anderen Angeboten?“
  • „Welche Lösung und welchen Nutzen bietet es?“

Die gesammelten Infos werden immer weiter zu einer Kernbotschaft verdichtet. Dabei kann man sich immer wieder die Fragen stellen:

  • „Worauf kommt es mir besonders an? Trifft es das schon?“
  • „Gibt es noch etwas das unverständlich oder unklar ist?“
  • „Wie bleibt die Aussage noch stärker im Gedächtnis?“

Heute werden Pitches gerne genutzt, um z.B. vor möglichen Investoren die zu fördernde Idee überzeugend vorzubringen. Hier entscheiden die Schlagkraftigkeit der Idee, aber ebenso die Präsentationsfähigkeit im Pitch über den Erfolg. Und das kann man üben! Wenn man den Elevator-Pitch folglich als Trainingsmethode einsetzt, so kann er vor einer Gruppe geübt werden, um die Aussage zu verfeinern und die Wirkung zu erhöhen. Dabei ist insbesondere auf den sprecherischen Ausdruck zu achten, der die Kürze und Prägnanz sinnvoll unterstützen soll.

Zusammenfassung: Der Elevator Pitch ist eine Präsentationsform in der die Botschaft möglichst knapp, prägnant, verständlich und motivierend rübergebracht werden soll. Leitfragen helfen diese kurze Präsentation zu erarbeiten. Beim Training sollte darauf geachtet werden, dass der sprecherische Ausdruck die Inhalte optimal unterstützt.

Verständlich gemacht

Wie kann man die Verständlichkeit von Texten und Vorträgen verbessern?
… so dass die Zuhörer leichter folgen können.
… so dass Zusammenhänge leichter erfasst werden können.
… so dass die Inhalte und wichtige Informationen leichter erinnert werden können.

Zu diesem Zweck wurden von den Autoren Langer, Schulz von Thun und Tausch vier Verständlichkeitskriterien aufgestellt:

  1. Einfachheit
  2. Gliederung und Ordnung
  3. Kürze und Prägnanz
  4. Verlebendigung

Die Ausprägung dieser vier Kriterien ist ausschlaggebend für die Verständlichkeit von Texten und Vorträgen.

Was kann man konkret tun, um diese Verständichkeitskriterien umzusetzen?

1. Einfach sprechen bedeutet:

  • wenig Fremdwörter gebrauchen, wichtige Fach- und Fremdwörter erklären und umschreiben
  • wenig Floskeln und Füllwörter verwenden
  • abstrakte Wörter und Begriffe vermeiden
  • konkrete Beispiele, Bilder und Geschichten verwenden

2. Übersichtlich gliedern bedeutet:

  • Redeschemata und Gliederungshilfen verwenden
  • die Gliederung und den roten Faden erklären
  • Pausen machen
  • Zusammenfassungen machen und Übergänge deutlich machen

3. Kurz und prägnant sprechen bedeutet:

  • auf wesentliche Punkte begrenzen
  • Weitschweifigkeit vermeiden
  • Nebengedanken und persönliche Bemerkungen zurückstellen und nur bei Bedarf einsetzen

4. Lebendig sprechen bedeutet:

  • direkte Ansprache des Publikums
  • lebendiger Ausdruck durch stimmliche und körpersprachlichen Gestaltung
  • rhetorische Stilmittel, wie z.B. Analogien, Metaphern und Fragen verwenden
  • Formulierungen aus der Perspektive der Hörer verwenden

Zusammenfassung: Durch die Beachtung der vier Verständlichkeitskriterien können Texte und Vorträge leichter erinnert und erfasst werden. Dazu soll auf Einfachheit, Gliederung und Ordnung, Kürze und Prägnanz, sowie Verlebendigung geachtet werden.