Wirkung

Sind Männer vom Mars und Frauen von der Venus?

Es wird immer wieder die Frage gestellt, ob Frauen und Männer grundsätzlich verschieden kommunizieren? Und falls ja, wo denn dann die Unterschiede liegen und wie sich diese überwinden ließen? Hier lohnt sich ein Blick in die gesellschaftliche und auch wissenschaftliche Entwicklung, um genauer zu verstehen woher diese Vorstellungen kommen. Denn irgendwie erscheint es ja auch plausibel, dass dem so ist. Denn die meisten haben schon irgendwelche Erfahrungen gemacht, die diese Annahme stützen.


Ist Kommunikation vom Geschlecht abhängig?

Geschlecht als alleiniges Merkmal kann Kommunikationsverhalten nicht erklären. Die Annahme dass Frauen und Männer grundsätzlich unterschiedlich kommunizieren, nennt sich Differenzhypothese und war eine Vorstellung die vor allem in den 1980er Jahre vorherrschte. Da gab es Slogans wie »Männer sind vom Mars und Frauen von der Venus«. Die Hypothese zielte darauf ab, dass Kommunikationsverhalten biologisch determiniert sei. Männlichkeit und Weiblichkeit wurden als zwei vollkommen unabhängige Dimensionen gesehen. Damals sind in Untersuchungen ganze Listen von Unterschieden erstellt worden. Heute wissen wir, dass in Summe die Gemeinsamkeiten zwischen den Geschlechtern deutlich häufiger sind als die Unterschiede. Die Genderforschung hat sich hier wesentlich entwickelt und Geschlecht und damit auch kommunikatives Verhalten werden heute nicht mehr in dieser Polarität betrachtet.
 

Häufigkeit von gezeigtem Ausdrucksverhalten

Wesentlich ist dabei kommunikatives Ausdrucksverhalten und das zeigt sich durch drei Ebenen: Sprache, Stimme und Körper. Zur Sprache gehören Dinge wie die Wortwahl, der Satzbau, die Verwendung von Füllwörtern, Floskeln und Weichmachern, aber auch das Sprechen in Bildern. Alles was wir also aufschreiben können. Die Stimme ist dann das, wie es klingt. Hierzu gehören Faktoren wie Resonanz, Lautstärke, Stimmmelodie, Betonungen, Pausen, Sprechtempo und die Stimmlage. Und der Körperausdruck ist dann alles was man sehen kann. Hierzu gehören Mimik, Gestik, Blickkontakt, Bewegungsverhalten und Nähe-Distanz-Verhalten. Mit Sprache, Stimme und Körper können wir unsere Kommunikation also gestalten.

Dabei gibt es kommunikative Verhaltensweisen, die jeweils bei Männern und Frauen häufiger auftauchen. Es ist jedoch sehr wichtig, dass deshalb noch lange nicht dieses Verhalten an sich männlich oder weiblich ist. So zeigen Frauen häufiger Abschwächungen, wie z.B. Frageformen, Weichmacher oder Lächelverhalten, unterstützende Rezipienzsignale, wie Nicken und ein bestätigendes »Mmh«, sowie geringeren Blickkontakt oder geringere Raumnutzung. Männer hingegen zeigen häufiger relativ lautes Sprechen, sie unterbrechen häufiger, halten deutlicher Blickkontakt oder nehmen mehr Raum ein. Es ist wichtig, dass diese Verhaltensweisen aber auch vom jeweils anderen Geschlecht gezeigt werden können. Dieses Verhalten nimmt dann Einfluss auf unsere Wirkung und das sogenannte Turn-taking, das heißt wie der Wechsel zwischen den Sprechern funktioniert.

Man sollte sich jedoch bewusst machen, dass jedes Verhalten situativ ist. So kann ich auch als Frau z.B. im Gespräch mit meinem / meiner Vorgesetzten laut sprechen, deutlichen Blickkontakt zeigen und viel Raum einnehmen - in einer anderen Situation dies aber genau nicht tun. Und durch das Zeigen des Verhaltens wird eine Frau auch nicht gleich »zum Mann«. Umgekehrt können Männer bspw. situativ leiser sprechen und viele bestärkende Rezipienzsignale einsetzen. Es geht um die Angemessenheit des Verhaltens. Und das nehmen wir in der Situation sehr intuitiv wahr.
 

Kommunikation ist durch viele Faktoren geformt

Zusammenfassend kann man also sagen: Kommunikation ist ein extrem komplexes Phänomen, das durch sehr viele Faktoren beeinflusst und geformt wird. Diese Faktoren sind alle personenspezifisch. Biologisches Geschlecht und soziologisches Gender sind nur zwei davon. Kommunikationsverhalten ist in hohem Maße erlernt und ist deshalb unter anderem abhängig von Kultur, Beziehungen und Bindungsverhalten zu Familie und Freunden, Bildung, Rollenverständnis und vielem anderen mehr. Jeder Mensch entwickelt damit eine eigene Kommunikationsbiografie. Darin sind alle Erfahrungen enthalten, die diese Person gemacht hat und das beeinflusst das Verhalten in zukünftigen Situationen. In jeder Situation und mit jeder Person zeigt sich Kommunikation neu. Wenn jemand das Kommunikationsverhalten alleinig durch das biologische Geschlecht erklären möchte, ist dies eine falsche Verkürzung.

 

Zusammenfassung: Kommunikation ist ein komplexes Phänomen, das durch sehr viele Faktoren beeinflusst und geformt wird. Biologisches Geschlecht und soziologisches Gender sind zwei davon. So kann Geschlecht als alleiniges Merkmal Kommunikationsverhalten nicht erklären. Manche kommunikative Verhaltensweisen werden von Männern und Frauen jedoch häufiger gezeigt. Verhalten an sich hat jedoch kein Geschlecht.

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Was steckt hinter der 7-38-55-Regel?

Im Bereich der Sprecherwirkung gibt es allerhand Mythen und Falschaussagen, die plakativ und plausibel sind und deshalb gerne verwendet werden, um die Wichtigkeit eines Trainings zu unterstreichen. Eine der wohl bekanntesten Aussagen ist, dass 55% der eigenen Wirkung auf den Körperausdruck, 38% auf die Stimme und nur 7% auf die Sprache, also den Inhalt, zurückzuführen sei. Es kommt also gar nicht darauf an WAS du sagst, sondern nur WIE du es sagst. In einem älteren Artikel habe ich bereits beschrieben, mit welchen Ängsten und Unsicherheiten diese „7-38-55-Regel“ spielt. Denn viele Menschen verspüren Unsicherheiten mit der eigenen Wirkung durch Stimme und Körper, und haben deshalb die Befürchtung, dass ihre Inhalte beim Gegenüber nicht ankommen.

Albert Mehrabian, Quelle: https://www.socialpsychology.org/upload/view/6109/mehrabian1.jpg

Die Ironie der Geschichte ist, dass der Autor dieser Zahlen vollkommen missverstanden und falsch zitiert wurde. Wahrscheinlich handelt es sich um eine der tragischsten Geschichten der Wissenschaft. Denn Albert Mehrabian hat diese Zahlen nie allgemein-gültig auf Kommunikation übertragen wollen. Man könnte sagen, dass diese Zahlen ihr Eigenleben entwickelt haben, oder besser gesagt: Anderen kamen diese Zahlen gerade recht und sie wurden immer und immer wieder zitiert und auf menschliche Kommunikation als Ganzes angewendet. Mehrabian hat über Jahre hinweg selbst versucht diese als Regel postulierten Zahlen wieder einzufangen. So sagt er selbst, dass jedem mit gesundem Menschenverstand klar sein sollte, dass es sich hierbei nicht um die korrekte Aussage handelt.


Doch was hat Albert Mehrabian, emeritierter Professor für Psychologie an der University of California in Los Angeles, eigentlich genau untersucht? Und wie sind diese Untersuchungen zu sehen?

Mehrabian hat diese Untersuchungen in den 1960er Jahren durchgeführt. Dabei schaut sich Mehrabian zusammen mit Kollegen inkongruente Botschaften an, d.h. Botschaften bei denen auf verschiedenen Ausdrucksebenen unterschiedliche Aussagen transportiert werden. Ihn interessiert wie Hörer*innen diese Inkongruenzen wahrnehmen und wie auf Basis der verfügbaren Information auf die Emotion bzw. Haltung des Sprechers geschlossen wird. Das heißt es war nicht sein Ziel, auf Sprecherwirkung oder die Glaubwürdigkeit des Sprechers im Allgemeinen zu schließen. Es ist an dieser Stelle auch wichtig zu betonen, dass diese Untersuchungen auf Einwortebene stattgefunden haben. Eine Untersuchung, die ein einziges Wort als Stimulus hat, kann niemals auf Kommunikation als Ganzes übertragen werden.

Im Speziellen sind dabei nun zwei Studien aus dem Jahr 1967 wichtig.

Inkongruenter Ausdruck in Wort und Stimme

Die erste Studie schaut sich Wörter und den Stimmklang an. Dabei werden positive, neutrale und negative Wörter mit positiver, neutraler und negativer Tonalität in der Stimme kombiniert.
Das heißt die positiven Wörter (honey, dear, thanks), neutralen Wörter (maybe, really, oh) und negativen Wörter (don’t, brute, terrible) werden in allen Möglichkeiten mit positivem, neutralem und negativem Stimmklang kombiniert. Diese Kombinationen wurden dann Hörern vorgespielt, die entscheiden sollten, welche Emotion oder Haltung des Sprechers dahinter vermutet wird. Das Experiment zeigte, dass in diesem Fall dem Stimmklang mehr Bedeutung zugesprochen wird als dem Wort an sich.

Mimischer und stimmlicher Ausdruck bei neutralem Wort

In einer zweiten Studie wird nun der mimische Ausdruck mit einbezogen. Den Probanden wurde eine weibliche Stimme vorgespielt, die das Wort „maybe“ in den drei stimmlichen Ausrucksvarianten positiv, neutral und negativ vorspricht. Dann wurden den Probanden Fotografien von weiblichen Gesichtern mit positivem, neutralem und negativem Ausdruck gezeigt. Die Probanden sollten dann den Ausdruck der Audioaufnahmen, den Ausdruck der Fotografien und von beidem in Kombination beurteilen. Die Fotos wurden mit einem Verhältnis von 3:2 genauer beurteilt.

An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass Fotografien von Gesichtern mit positivem, neutralem und negativem Ausdruck verwendet wurden. Körperausdruck ist immer bewegt und umfasst wesentlich mehr als den mimischen Ausdruck, weshalb auch dies nicht auf Kommunikation als Ganzes übertragbar ist.

Was kann man nun aus diesen Untersuchungen ziehen?

Aus diesen beiden Studien ergibt sich rein rechnerisch, diese viel zitierte Gewichtung. Doch sollte die Beschreibung der beiden Untersuchungen gezeigt haben, dass die Aussage, dass 55% der eigenen Wirkung auf den Körperausdruck, 38% auf die Stimme und nur 7% auf die Sprache, also den Inhalt, zurückzuführen sei, vollkommen falsch und vor allem auch nicht intendiert war. Zudem sollte man sich bewusst machen, dass die drei Kategorien positiv, neutral und negativ nicht passend und ausreichend sind, um kommunikative Wirkung zu beschreiben.

Mehrabian wollte sich inkongruente Botschaften anschauen, nicht Wirkung.

Bild: eigene Darstellung

Bild: eigene Darstellung

Wenn doch noch etwas in Ihnen sagen sollte, dass da schon was Wahres dran sein wird, dann ist es vielleicht interessant sich folgende Frage zu stellen:

Was ist 100% Wirkung?

Das Wahre ist für mich, dass Sprache, Stimme und Körper zusammen Wirkung erzeugen. Diese können wir aber nicht nummerisch ausdrücken. Es gibt keine Formel, die uns zeigt wie wir überzeugender, glaubwürdiger oder wirkungsvoller werden. Aber diese Zahlen adressieren genau diesen Wunsch. Die Untersuchungen von Mehrabian können aber auch den Fokus darauf lenken, dass die Ausdrucksebenen kongruent oder inkongruent zusammenwirken können. Das Gegenüber ist also wahrscheinlich sehr sensibel dafür, dass eventuell nicht zueinander passende Botschaften gesendet werden. Und das erzeugt in jedem Fall erstmal Irritation.

 

Sprache, Stimme und Körper wirken zusammen!

Natürlich haben der stimmliche und der körpersprachliche Ausdruck einen wichtigen Anteil an der Gesamtwirkung. Das ist nicht zu bestreiten und natürlich können wir die eigene Wirkung durch ein Training verbessern. Doch geht es vielmehr um das stimmige Zusammenwirken, das Ihre Inhalte, Botschaften, Gefühle und Intentionen vermittelt!

Wenn Sie sich für ein Stimm- und Körpersprachtraining interessieren, habe ich hier wertvolle Hinweise für Sie:

 

Zusammenfassung: Eine bekannte Aussage in der Kommunikationspsychologie ist, dass 55% der eigenen Wirkung auf den Körperausdruck, 38% auf die Stimme und nur 7% auf die Sprache, also den Inhalt, zurückzuführen sei. Diese Zahlen, die auf den Psychologie-Professor Albert Mehrabian zurückgehen, wurden immer wieder falsch interpretiert und zitiert. Zwei Studien aus dem Jahr 1967 werden hierbei oftmals falsch ausgelegt. Wirkung kann nicht nummerisch ausgedrückt werden und entsteht nur im kongruenten Zusammenwirken von Sprache, Stimme und Körper.

Literatur:

  • Mehrabian, A., & Wiener, M. (1967). Decoding of inconsistent communications. Journal of Personality and Social Psychology, 6, 109-114.

  • Mehrabian, A., & Ferris, S.R. (1967). Inference of attitudes from nonverbal communication in two channels. Journal of Consulting Psychology, 31, 248-252.

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Wie lange braucht eigentlich der Aufzug in den 3. Stock?

Der Mythos besagt, dass der sogenannte Elevator Pitch dadurch entstanden ist, dass findige und engagierte Vertriebsleute neue Ideen und mögliche Lösungen mit ihren Chefs besprechen wollten. Doch die Chance den Chef anzutreffen war sehr gering, denn die Führungskräfte waren natürlich sehr beschäftigt und daher schwer für ein Gespräch zu bekommen. Doch eine Möglichkeit bot sich: Den vielbeschäftigten Managern in den Aufzug nachhechten, und ihnen während der Fahrt in ein anderes Stockwerk das Anliegen vortragen.
Das bedeutet: Wenig Zeit und eine knackige Botschaft!

Beim Elevator-Pitch sollen also die relevanten und wesentlichen Informationen eines Themas in einer möglichst prägnanten Form dargeboten werden. Dabei soll vor allem der Nutzen oder die Kernbotschaft in den Vordergrund gestellt werden. Ziel ist es, punktgenau und verständlich zu formulieren.

Folgende Fragen können helfen diese Kürze und Prägnanz zu erreichen:

  • „Worum geht es?“

  • „Was ist das Besondere, das Sensationelle, das Hilfreiche, das Relevante?“

  • „Worin unterscheidet sich das Thema u.U. von anderen Angeboten?“

  • „Welche Lösung und welchen Nutzen bietet es?“

Die gesammelten Infos werden immer weiter zu einer Kernbotschaft verdichtet. Dabei kann man sich immer wieder die Fragen stellen:

  • „Worauf kommt es mir besonders an? Trifft es das schon?“

  • „Gibt es noch etwas das unverständlich oder unklar ist?“

  • „Wie bleibt die Aussage noch stärker im Gedächtnis?“

Heute werden Pitches gerne genutzt, um z.B. vor möglichen Investoren die zu fördernde Idee überzeugend vorzubringen. Hier entscheiden die Schlagkraftigkeit der Idee, aber ebenso die Präsentationsfähigkeit im Pitch über den Erfolg. Und das kann man üben! Wenn man den Elevator-Pitch folglich als Trainingsmethode einsetzt, so kann er vor einer Gruppe geübt werden, um die Aussage zu verfeinern und die Wirkung zu erhöhen. Dabei ist insbesondere auf den sprecherischen Ausdruck zu achten, der die Kürze und Prägnanz sinnvoll unterstützen soll.

Zusammenfassung: Der Elevator Pitch ist eine Präsentationsform in der die Botschaft möglichst knapp, prägnant, verständlich und motivierend rübergebracht werden soll. Leitfragen helfen diese kurze Präsentation zu erarbeiten. Beim Training sollte darauf geachtet werden, dass der sprecherische Ausdruck die Inhalte optimal unterstützt.

Artikel online

Zusammen mit meinem Kollegen Tobias Friedl habe ich einen Artikel für den Personal-dienstleister GULP geschrieben . GULP ist eine Projektbörse und Personalagentur für Freiberufler und Selbstständige aus dem Bereich IT und Engineering im deutschsprachigen Raum. Der Artikel beschäftigt sich mit dem Einsatz von Stimme und Körpersprache im Kundengespräch.
Danke Tobias!

Hier geht's zum Artikel.

Die 7-38-55-Lüge

Sind Ihnen diese Zahlen auch schon mal begegnet? Es geht um kommunikative Wirkung: Angeblich sollen 55% der eigenen Wirkung auf den Körperausdruck, 38% auf die Stimme und nur 7% auf die Sprache, also den Inhalt, zurückzuführen sein. Es kommt also gar nicht darauf an WAS du sagst, sondern nur WIE du es sagst. Spätestens jetzt sollten bei Ihnen alle Alarmglocken läuten.
Ganz nach dem Flaschenpostprinzip werden diese Zahlen immer wieder falsch und in unterschiedlicher Auslegung verwendet. Mal ist es die Wirkung, mal die Glaubwürdigkeit, die durch diese scheinbar magischen Zahlen beschrieben wird.
Doch hinter dem Erfolg dieser Zahlen verbirgt sich eigentlich nur eine all zu menschliche Angst: Die eigene Angst nicht überzeugen zu können. 93% sollen vom stimmlichen und körpersprachlichen Auftreten abhängen. Und damit verspüren viele Menschen große Unsicherheiten. Wir bewundern souveräne Rhetoriker und sind uns unserer eigenen Wirkung nicht bewusst. Und jetzt gibt es den wissenschaftlichen Beweis, schwarz auf weiß: Ich muss was tun, sonst werde ich keinen Erfolg haben!

Doch wussten Sie, dass es sich bei diesen Zahlen um eine tragische Geschichte der Wissenschaft handelt? Der Psychologie-Professor Albert Mehrabian, auf den diese Zahlen zurückgeführt werden, hat und wollte diese Aussage NIE treffen. Seine Untersuchungen und Ergebnisse wurden einfach falsch gelesen. Doch hat sich diese falsche Interpretation seiner Ergebnisse wie ein Lauffeuer ausgebreitet, und wurde auf die zwischenmenschliche Kommunikation als Ganzes übertragen. Das ist schlichtweg falsch!

In einem BBC Radio 4 Interview aus dem Jahr 2009 hat sich Prof. Mehrabian zu dieser Fehlinterpretation seiner Arbeit geäußert. Mehrabian sagt selbst, dass jedem mit gesundem Menschenverstand klar sein sollte, dass es sich hierbei nicht um die korrekte Aussage handelt. Wer möchte, kann das Interview hier anhören. Der Beginn des Interviews ist bei Minute 23:10.

https://www.bbc.co.uk/sounds/play/b00lyvz9

Wer sich über die Person Albert Mehrabian informieren möchte kann auf der Website der Psychologie-Fakultät der Clark University nachlesen.

https://www.psych.ucla.edu/faculty/page/mehrab

Und für diejenigen, die sich nochmals auf humoristische Art überzeugen wollen, dass diese Aussage nicht stimmt, hier ein Link zu einem Sketch von Loriot.

Ich bin ein Fan von guten Inhalten! Und ich bin der festen Überzeugung, dass wir gute Ideen und Inhalte brauchen, um unsere Gesellschaft in allen Bereichen voranzubringen. Deshalb dürfen wir die Inhalte nicht zum Vasallen der Verpackung werden lassen.

Ausdruck und Inhalt gehören untrennbar zusammen. Und deshalb kommt es darauf an, dass eine Aussage in sich stimmig und kongruent ist. Worte, Stimme und Körperausdruck müssen also zueinander passen. Arbeiten Sie deshalb an Ihren Ideen, Ihrer Stimme und an Ihrem Körperausdruck. Es ist eine tolle und bereichernde Arbeit, die Ihnen helfen wird, sich souverän und sicher zu fühlen. Und damit können Sie auch Andere begeistern!

P.S.: Wer möchte, spricht mich einfach an. Dann kann ich gerne detailliert erklären, was Albert Mehrabian eigentlich genau untersucht hat. Denn der nächste falsche Schluss wäre, dass Mehrabian „schlechte“ wissenschaftliche Arbeit geleistet hast. Das stimmt nämlich auch nicht!

UPDATE: In diesem Artikel erkläre ich, was Albert Mehrabian eigentlich genau untersucht hat.